Ich arbeite viel zu viele Stunden und kann nicht aufhören – was tun?
Woran du es merkst
Du fängst früh an, hörst spät auf und beantwortest abends und am Wochenende Nachrichten. Dein Privatleben ist in den Hintergrund gerückt, und die Erschöpfung geht nicht weg.
Die wahrscheinlichsten Ursachen
- Mehr Arbeit als KapazitätDas Team ist zu klein für das Arbeitsvolumen, und du fängst auf, was fehlt.
- Schwierigkeit mit GrenzenDu nimmst alles an, aus Angst, wenig engagiert zu wirken oder jemanden zu enttäuschen.
- Fehlende PriorisierungAlles wirkt dringend, weil niemand festgelegt hat, was am wichtigsten ist.
- Kultur der ErreichbarkeitIm Team wird geschätzt, wer immer antwortet, und so wird Überlastung zur Norm.
Kurzer Selbsttest
- Weißt du, wie viele Stunden du letzte Woche gearbeitet hast?
- Kennt deine Führungskraft dein tatsächliches Arbeitspensum?
- Nimmst du oft Aufgaben an, ohne über Fristen zu verhandeln?
- Beantwortest du häufig Nachrichten außerhalb der Arbeitszeit?
Wenn du zwei oder mehr Fragen mit Ja beantwortet hast, fang bei dieser Ursache an.
Erster Schritt heute
Notiere ab heute, wann du mit der Arbeit anfängst und aufhörst, und welche drei Tätigkeiten die meiste Zeit gekostet haben.
30-Tage-Plan
- Woche 1: Erfasse Stunden und Tätigkeiten und finde heraus, was unverzichtbar ist und was gestrichen oder delegiert werden kann.
- Wochen 2 und 3: Bring die Zahlen zu deiner Führungskraft und verhandle Prioritäten; leg eine feste Feierabendzeit fest und schalte danach die Benachrichtigungen aus.
- Woche 4: Überprüfe, was sich verändert hat, und halte an einer einfachen Regel fest, etwa keine neue Aufgabe anzunehmen, ohne zu klären, was dafür von der Liste fällt.
Wann du dir professionelle Hilfe holen solltest
Such dir einen Mentor oder eine Karriereberatung, wenn die Überlastung strukturell ist und sich trotz Gesprächen nicht ändert. Bei Erschöpfung, Schlaflosigkeit oder körperlichen Beschwerden wende dich an eine medizinische Fachperson. Bei unbezahlten Überstunden oder missbräuchlichen Arbeitszeiten wende dich an die Personalabteilung, die Gewerkschaft, einen Anwalt für Arbeitsrecht oder die zuständigen Arbeitsbehörden.
Häufige Fragen
- Schadet es meiner Karriere, Arbeit abzulehnen?
- Prioritäten professionell zu verhandeln, wird meist als Reife wahrgenommen. Alles anzunehmen und schlecht abzuliefern, schadet mehr.
- Woran erkenne ich, ob es ein Burnout ist?
- Müdigkeit, die auch mit Erholung nicht weggeht, Gereiztheit und innere Distanz zur Arbeit sind Warnzeichen. Eine medizinische Fachperson kann das beurteilen.