Warum kann ich nicht einfach nichts tun und muss immer beschäftigt sein?
Kurze AntwortImmer beschäftigt sein zu müssen, ist oft eine Art, die Angst in Schach zu halten, sich durch Leistung wertvoll zu fühlen oder Gedanken und Gefühlen auszuweichen, die in der Stille auftauchen. Kleine Momente ohne Aktivität auszuhalten und zu beobachten, was dann hochkommt, ist der erste Schritt zu echter Erholung.
Woran du es merkst
An freien Tagen erfindest du Aufgaben, füllst den Kalender und wirst unruhig, wenn es nichts zu tun gibt.
Die wahrscheinlichsten Ursachen
- Beschäftigung als BeruhigungAktiv zu bleiben, lenkt von der Angst ab, verhindert aber, dass du sie verstehst.
- Selbstwert an Leistung gekoppeltInnehalten wirkt wie Verschwendung oder Versagen.
- Flucht vor GefühlenIn der Stille tauchen Gedanken auf, denen du lieber ausweichst.
- Gewohnheit des vollen KalendersNach langer Zeit im Laufschritt ist dem Körper die Pause fremd.
Kurzer Selbsttest
- Wirst du unruhig in Momenten ohne Aktivität?
- Füllst du freie Zeit mit Aufgaben und Terminen?
- Vermeidest du es, mit deinen Gedanken allein zu sein?
- Hast du das Gefühl, dass Innehalten Zeitverschwendung ist?
Wenn du zwei oder mehr Fragen mit Ja beantwortet hast, fang bei dieser Ursache an.
Erster Schritt heute
Sitz heute 5 Minuten da, ohne etwas zu tun und ohne Bildschirm, beobachte nur deine Umgebung und was du fühlst, und notiere, was aufgetaucht ist.
30-Tage-Plan
- Woche 1: Übe täglich 5 Minuten ohne Aktivität und halte die Gedanken und Gefühle fest, die auftauchen.
- Wochen 2 und 3: Steigere auf 15 Minuten und lass am Wochenende einen Zeitraum ohne Termine frei.
- Woche 4: Beobachte, was du fühlst, wenn du nicht beschäftigt bist, und sprich darüber mit einer Vertrauensperson.
Wann du dir professionelle Hilfe holen solltest
Wende dich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten, wenn die Unruhe beim Innehalten stark ist, wenn sie länger als zwei Wochen mit Angst, Schlaflosigkeit oder Erschöpfung einhergeht oder wenn du merkst, dass du Beschäftigung nutzt, um vor schwierigen Gefühlen zu fliehen. Wenn du sehr stark leidest, wende dich an eine Krisenhotline oder an den Notruf in deinem Land.
Häufige Fragen
- Ist es schlecht, sehr aktiv zu sein?
- Nicht unbedingt. Zum Problem wird es, wenn du nicht innehalten kannst, obwohl du es willst oder brauchst.
- Was tun mit dem Unbehagen beim Innehalten?
- Es ohne Bewertung beobachten und dir bewusst machen, dass es mit Übung meist nachlässt.