Ich fühle mich bei der Arbeit wie ein Betrüger, ist das das Hochstapler-Syndrom?
Kurze AntwortDas Gefühl, ein Betrüger zu sein, taucht oft auf, wenn du Erfolge dem Glück zuschreibst, dein Inneres mit der Fassade anderer vergleichst und perfektionistische Ansprüche hast. In Wachstumsphasen ist das häufig. Der erste Schritt: Sammle konkrete Belege für deine Arbeit, damit deine Selbsteinschätzung auf Fakten beruht und nicht nur auf einem Gefühl.
Woran du es merkst
Trotz Lob und Ergebnissen glaubst du, nicht zu verdienen, wo du bist, und fürchtest, dass jeden Moment jemand merkt, dass du gar nicht so viel weißt.
Die wahrscheinlichsten Ursachen
- Erfolg dem Glück zuschreibenDu erklärst Erfolge mit äußeren Faktoren und Misserfolge mit mangelnder Fähigkeit, und das verzerrt dein Selbstbild.
- Ungleicher VergleichDu vergleichst deine inneren Zweifel mit dem sicheren Auftreten der Kollegen, die auch Zweifel haben.
- PerfektionismusAlles, was nicht perfekt ist, wirkt wie ein Beweis für Inkompetenz.
- Neues LevelBeförderungen und neue Herausforderungen bringen naturgemäß Situationen, in denen du noch lernst.
Kurzer Selbsttest
- Schreibst du deine Ergebnisse eher dem Glück als deinem Einsatz zu?
- Hast du Angst, um Hilfe zu bitten, um nicht unfähig zu wirken?
- Arbeitest du mehr als nötig, um etwas auszugleichen?
- Kommt dir Lob übertrieben vor?
Wenn du zwei oder mehr Fragen mit Ja beantwortet hast, fang bei dieser Ursache an.
Erster Schritt heute
Leg heute eine Belegliste an mit drei Dingen, die du bei der Arbeit gut gemacht hast, und was tatsächlich dazu beigetragen hat.
30-Tage-Plan
- Woche 1: Notiere täglich ein Ergebnis und deine Rolle dabei, auch kleine.
- Wochen 2 und 3: Übe einmal pro Woche, öffentlich um Hilfe zu bitten oder eine Frage zu stellen, und beobachte die tatsächliche Reaktion der Leute.
- Woche 4: Sprich mit einer Kollegin, einem Kollegen oder einer Mentorin bzw. einem Mentor über dieses Gefühl; oft nimmt schon die Erkenntnis, dass andere es teilen, viel Last.
Wann du dir professionelle Hilfe holen solltest
Such dir eine Mentorin oder einen Mentor für einen Blick von außen auf deine Leistung. Wenn das Gefühl mit ständiger Angst, Erschöpfung oder Traurigkeit einhergeht, die dein Leben beeinträchtigt, wende dich an eine psychologische Fachperson.
Häufige Fragen
- Ist das Hochstapler-Syndrom eine Krankheit?
- Es ist keine klinische Diagnose. Es ist ein verbreitetes Denkmuster, das zusammen mit Angst oder Perfektionismus auftreten kann.
- Verschwindet es mit der Erfahrung?
- Es taucht meist bei jeder neuen Herausforderung wieder auf. Was sich ändert, ist der Umgang damit.